Zeitmanagement im Schüleralltag

Raubt uns das Lernen unsere Freizeit?

Die Work-Life-Balance erreicht die Schülerschaft. Gymnasiastinnen und Gymnasiasten leiden zunehmend unter Belastungssymtomen. An vielen Schulen gibt es Initiativen für Stressreduktion, immer wieder werden Hausaufgabenverbote diskutiert. Wer leidet wie? - drei Schülertypen im Vergleich

Das Gymnasium ist für den grossen Lernaufwand und die darunter leidende Freizeit bekannt. Doch hängen diese zwei Aspekte wirklich zusammen? Um dieser Frage nachzugehen, wurde bei drei Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, der Zeitaufwand bestimmt, den sie für verschiedene Aktivitäten wöchentlich aufwenden. Dazu zählen unter anderem die Schlafdauer, die Zeit für die Schule inklusive Schulweg, die Zeit im Bad, sowie die Dauer der Mahlzeiten.

Die drei Schülertypen:

Schüler 1: schläft wenig, betreibt intensiv Sport und lernt eher viel.

Schüler 2: schläft sehr viel, betreibt kaum Sport und lernt sehr viel.

Schüler 3: schläft eher wenig, betreibt Leistungssport und lernt eher wenig.

Zunächst lässt sich die Kategorie Schule sehr gut vergleichen, weil sie bei allen ungefähr gleich gross ist. Auch durch längere Wegzeiten entstehen keine bedeutenden Unterschiede. Bei Sport und Schlaf sieht es schon ganz anders aus, denn es lassen sich schon deutliche Differenzen erkennen. Ähnlich sieht es beim Lernen und der Kategorie „Zeit im Bad und Essen“ aus. Interessant ist jedoch, dass diese Unterschiede sich ausgleichen und die verbleibende Zeit, also die Freizeit, bei allen drei Schülern gleich gross ist. Dabei umfasst die hier berechnete Freizeit nicht nur freie Zeit, sondern auch Zeit mit der Familie, mit Freunden oder am Handy.

Doch wie können so unterschiedliche Schülertypen alle gleich viel Freizeit haben? – Indem sie nicht alles gleich intensiv machen können, also nicht in allen Lebensbereichen die besten sein können. Für jemanden, der intensiv Leistungssport betreibt, ist es fast unmöglich, auch ausserordentlich gut in der Schule zu sein. Hier zum Beispiel schläft Schüler 1 weniger, um genügend Zeit für die Schule, den Sport und Freunde zu haben. Schüler 2 macht nicht so viel Sport und verbringt weniger Zeit mit Freunden, dafür hat er mehr Zeit zum lernen und er hat jede Nacht genügend Schlaf. Schüler 3 nimmt sich viel Zeit für den Sport, hat jedoch weniger Zeit für die Schule und schläft nicht genug.

Raubt uns das Lernen also unsere Freizeit? Nein, nicht das Lernen alleine raubt uns unsere Freizeit. Viel mehr sind es die eigenen Ansprüche, sowohl Schule als auch Schlaf und Sport zu priorisieren. Doch gerade bei Leistungssportlern oder generell Menschen, die sehr viel Zeit in ihr Hobby investieren, kann die Freizeit darunter leiden, da sie aufgrund des vielen Sports, den sie betreiben, genügend Erholung, also Schlaf, brauchen. Hinzu kommt, dass am Gymnasium viel Zeit ins Lernen investiert werden muss. Wer also in alle Lebensbereiche viel Zeit investieren will, wird merken, dass dann auch die Freizeit darunter leiden wird.

Am Ende muss man selbst entscheiden, wie man die einem zur Verfügung stehende Zeit in Schlaf, Schule oder Sport investiert. Man kann halt nicht alles im Leben haben.

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One comment

  1. Coole Diagramme!