Osama bin Laden war der Gründer des Terrornetzwerks al-Qaida, gilt als Hauptverantwortlicher für die Anschläge vom 11. September 2001 und wurde 2011 getötet. Jeffrey Epstein war ein US-amerikanischer Finanzier, der wegen Sexualstraftaten, unter anderem mit Minderjährigen, verurteilt wurde und ein weitreichendes Netzwerk einflussreicher Kontakte hatte. Tausende seiner E-Mails wurden erst vor kurzem veröffentlicht; daraus erfährt man vieles über ihn und seine Verbindungen. Er ist seit 2019 tot.
Was haben die beiden gemeinsam? Abgesehen von ihrem Status als Kriminelle und davon, dass beide tot sind, scheinbar nichts. Und doch existieren im Internet Beiträge, in denen gefragt wird, ob sie vielleicht irgendwann einmal zusammen Videospiele gespielt haben könnten.
Diese Spekulation ist nicht weit verbreitet, und wo sie auftaucht, wird meist gelacht. So absurd ist der Gedanke aber nicht ganz. Navy-SEALs fanden auf der Festplatte des Terroristen Spiele wie Counter-Strike, Half-Life und Super Mario Bros. Ausserdem zeigen E-Mails von Epstein, dass er früher einmal ein Xbox-Live-Konto besass. Es gibt E-Mails, die darauf hindeuten könnten, dass er Geld für Fortnite ausgegeben hat, und weitere, dass Epstein einigermassen in der Welt der Videospiele vernetzt war.
Beide also mächtige Männer, die in den 2000er-Jahren scheinbar Gamer waren; deshalb könnte man spekulieren, dass sie gelegentlich zusammen gespielt haben. Tatsächlich ist jedoch kaum eine Verbindung zwischen ihnen nachweisbar. Es gibt keine Aufzeichnungen über Kommunikation zwischen ihnen und keine gemeinsamen Kontakte. Bin Laden war ein führender Terrorist mit vorwiegend Verbindungen in den Nahen Osten, vornehmlich zu anderen Terroristen und militärischen Leuten, während Epstein Beziehungen vor allem zu amerikanischen Politikern und Geschäftsleuten pflegte. Zudem gibt es nur arabische Tonaufnahmen von bin Laden; daher ist unklar, wie gut er Englisch sprach.
Dass Osama bin Laden und Jeffrey Epstein regelmäsig zusammen Videospiele gespielt hätten, erscheint daher höchst unwahrscheinlich. Was aber sein könnte, ist dass sie irgendwann mal zufälligerweise ein Match eines Videospieles zusammen gespielt haben. Schliesslich sind Videospiele eine weltweite Sache. Gegen diese Vermutung sprechen jedoch mehrere Fakten. Erstens lässt sich nicht mit Sicherheit nachweisen, dass Epstein selbst den Kauf in Fortnite getätigt hat, und vielleicht nutzte jemand anderes sein Xbox-Live-Konto. Obwohl er enge Verbindungen zum Vorstand von Blizzard, ein grosser Spieleentwickler, hatte, hat es nur schwache konkrete Beweise, dass er selbst spielte. Auf der anderen Seite könnten die Spiele auf der in Afghanistan gefundenen Festplatte einer anderen Person gehört haben, etwa den Kindern von bin Laden. Technische Kompatibilität spielt ebenfalls eine Rolle: Die in Afghanistan gefundenen Spiele waren PC-Spiele, nicht Xbox-Spiele. Und fast der wichtiger Gegenbeweis ist, dass viele Online-Multiplayer-Spiele, wie Counter-Strike, mit regionale Servern arbeiten, sodass man in der Regel nur gegen Spieler derselben Region antritt.
Es sei denn, bin Laden hätte einmal die USA mit seinem PC besucht oder Epstein hätte seinen nach Afghanistan gebracht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden gemeinsam gespielt haben, nahezu null. Natürlich haben wir keinen vollständigen Zugriff auf ihre gesamten Spielverläufe und auch nicht alle Informationen zu ihnen, und wir können sie sicher auch nicht mehr fragen, aber für jetzt kann man mit grosser Zuversicht sagen, dass Jeffrey Epstein und Osama bin Laden kein Match zusammen gewonnen haben.
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Das muss der beste Artikel sein, den ich jemals gelesen habe!
Fortnite ist nur für coole Menschen 😎