https://www.heute.at/i/trink-mythos-klassische-2-liter-regel-widerlegt-120155756/doc-1jf10ubs74

KI: Schuld an der Wasserknappheit?

Der riesige Wasserbedarf der KI

Viele Schüler*innen benutzen jeden Tag KI, ohne dass ihnen bewusst ist, wie umweltschädlich dies wirklich ist. Jeder hat bereits gehört, dass Rechenzentren einen grossen Energiebedarf haben, aber die Liste der negativen Auswirkungen von KI ist länger und der Wasserverbrauch nimmt einen hohen Rang ein - unser Planet ist bereits in eine Wasserknappheitskrise eingetreten. Um begründen zu können, wie KI dazu beiträgt, schauen wir uns kurz den direkten und den indirekten Beitrag an.

KI-Rechenzentren benötigen Energie, die in Kohlekraftwerken produziert wird. Um Überhitzungen während der Erzeugung zu vermeiden, wird Wasser zur Abkühlung verwendet. Mit indirektem Verbrauch bezieht man sich also auf das Wasser, das in diesem Prozess genutzt wird. Rechenzentren für KI sind deutlich größer als andere Datenzentren und benötigen somit auch mehr elektrische Energie. Dies führt wiederum zu einem größeren Wasserkonsum als dem von anderen Datenzentren.

Der direkte Beitrag entsteht, wenn Rechenzentren selbst auch Wasser zur Abkühlung von Geräten nutzen. Aber was genau geschieht mit dem Wasser, sobald es seinen Zweck erfüllt hat? Das meiste davon verdunstet bereits während des Abkühlungsprozesses und genau das ist das Problem. Mehr Wasser verdunstet, als wieder kondensiert wird und für uns als Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden kann. Zudem werden die meisten Datenzentren in Gebieten mit bereits vorhandener Wasserknappheit errichtet, was die Lage für Betroffene, vor allem während Dürren, verschlimmert.

Das restliche Wasser ist mit Schwermetallen und Chemikalien, darunter auch PFAS, die in zu hohen Dosen schädlich bis hin zu tödlich sein können, verunreinigt. PFAS findet man auch in der Schweiz. Am verbreitetsten ist es in Wäldern, und obwohl die Konzentration nur gering ist, stellt die Anreicherung ein Gesundheitsrisiko dar. Die meisten Datenzentren führen deshalb eine Reinigung durch, bevor sie das Wasser abfließen lassen. Je nachdem können trotzdem giftige Chemikalien in kommunale Kläranlagen gelangen, in seltenen Fällen sogar direkt in Seen oder städtische Wasserquellen. Kommunale Kläranlagen können Chemikalien aber nicht abbauen, nur Schwermetalle, also wird auch in diesem Fall Trinkwasser damit kontaminiert. Auf diese Weise können KI-Rechenzentren auch zu Wasserverschmutzung, nicht nur zu Knappheit, beitragen.

Besonders viel Wasser geht im Sommer verloren, wenn die Temperatur der Anlagen zusätzlich steigt. Dieses Problem wird sich voraussichtlich nur verschärfen aufgrund der Klimakrise und der Unberechenbarkeit der Wetterlage. Die Schweiz selbst hat mindestens zehn KI-Rechenzentren, und obwohl wir nicht in einem Gebiet mit Wasserknappheit leben, ist dies in Zukunft nicht garantiert, solange keine drastischen Änderungen eingeführt werden. Insgesamt haben wir als Planet weniger als 14 Jahre, um unseren Wasserkonsum unter Kontrolle zu bekommen, bevor wir offiziell kein Trinkwasser mehr haben, besagt Professor Sovacool von der Aarhus Universität.

Was würde kein Trinkwasser mehr überhaupt für uns bedeuten? Die Begriffe bleiben offen stehen, damit sich jede*r selbst ein vages Gefühl vom Ausmaß machen kann:

  • Gravierende Nahrungsmittelknappheit
  • Massenmigration
  • Krankheiten
  • Konflikte und Kriege

Wenn wir also nicht durch Krieg oder Krankheiten sterben werden, dann durch Hungersnot oder weil Wasser nicht mehr zum Trinken zur Verfügung stehen wird. Die Schweiz wird keine Ausnahme sein.

Das sollte aber nicht bedeuten, dass man KI komplett aufgeben muss. Vor allem am Gymnasium braucht man manchmal schnelle Antworten und die kann KI teilweise besser zur Verfügung stellen als andere Quellen. Man sollte trotzdem darauf achten, KI nicht für unnötige Dinge wie für Kochrezepte, die Suche nach Tankstellen etc. zu benutzen. Fast jede*r hat ein Kochbuch zu Hause, sonst findet man beides auf Google, wo man inzwischen die automatische KI-Antwort entfernen kann. Mittlerweile gibt es auch Alternativen zu ChatGPT, die weniger umweltschädlich sind, z.B. Ecosia.

Wusstet ihr schon, dass eine Frage an ChatGPT, je nach Länge des Absatzes und Jahreszeit, ungefähr vier Esslöffel Wasser verbraucht? Wenn man annimmt, dass jede*r Schüler*in täglich 10 Fragen an ChatGPT stellt, hätten wir am Schluss der RG-Woche insgesamt ungefähr 2000 Liter Wasser genutzt, von denen 1600 verdunstet wären.

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